Der Arbeitsplatz im Wandel der Zeit

Apple

Stillstand ist Rückschritt

Was auch immer 1980 mein Ansatz war, ich hatte mich bereits mit 15 Jahren dazu entschlossen meinen beruflichen Weg in der Werbung zu finden.
Ich erinnere mich, dass wir im Deutsch-Unterricht Werbeanzeigen analysierten. Was der Zweck dessen sein sollte, erschließt sich mir bis heute nicht. Ich war jedoch vollkommen paralysiert von der Werbewelt.

Zur Untermalung sahen wir ein Videomitschnitt einer Sendung, in der es um die Erstellung der Werbekampagne für Afro-Cola ging. Das war Wahnsinn!

Ich wusste: das will ich auch.

Wie ich das erreichen sollte? Davon hatte ich keine Ahnung. Doch fortan legte ich meine gesamte Energie in die Verwirklichung dieses Traums.

Ganz egal, was die Lehrer mir sagten, was meine Eltern sagten (wobei die gar nicht viel sagten, die ließen mich eigentlich frei entscheiden), jedem Widerstand zum trotz, ich kämpfte mich durch.

Und so begann ich 1983 meine Ausbildung mit einem Jahr Praktikum in einer Werbeagentur, dass ich im Rahmen der Fachoberschule leisten musste.

Damals war ALLES Analog. Das, wozu ich heute maximal eine halbe Stunde brauche, hat damals mehrere Wochen gedauert. Alles hat einfach ewig Zeit in Anspruch genommen. Dafür wurde man aber auch noch über die Maßen entlohnt. Der Werbebranche ging es sehr gut.

Heute ist das teilweise noch immer so, aber es hat sich viel verändert. Eine Vielzahl an Berufen ist inzwischen ausgestorben. Es gibt sie einfach nicht mehr. Sie wurden durch Software und leistungsstarke Computer ersetzt.

1986 hatte ich den ersten Kontakt mit einem Apple-Computer. Das war die Revolution!

Dennoch wurden Layouts mit der Hand gemalt oder in der Werbesprache: gescribbelt (herrliches Denglish).

Druckvorlagen wurden als Reinzeichnung auf einer Pappe an die Litho-Anstalten geliefert. Zuvor hatte man Satzfahnen von Satzstudios erstellen lassen. Das war rückblickend alles so wahnsinnig aufwendig. Allein das Auszählen des Satzes. Und wehe, man machte dabei einen Fehler. Das war nicht nur teuer, oft hatte man keine Zeit alles neu zu machen. Denn obwohl alles Wochen dauerte, wurde die Zeit bis zur Abgabe immer eng.

Einige dieser Firmen – Litho-Amstalten oder Satzstudios – waren überheblich und sehr arrogant. Mit Ehrfurcht machte man sich auf den Weg und trat als Bittsteller vor, immer mit leicht gesenktem Kopf und demütiger Haltung, damit man um Himmelswillen bloß bedient wurde und rechtzeitig die gewünschte Dienstleistung bekam.

Oft habe ich mich über diese Firmen geärgert. Und ich muss gestehen, dass mich wenig Wehmut ergriff, als ich von der Pleite dieser Firmen erfuhr.

Ich denke jedoch niemals mit Wehmut an die alte Zeit zurück. Es war spannend sie zu erleben. Dafür bin ich dankbar. Mein Wissen beruht auf vielem, was ich damals gelernt habe. Ein Wissen, was heute teilweise untergeht. Denn niemanden interessiert es woher eine Schrift stammt, oder wie man mit Satz ordentlich umgeht (Satz bezeichnet hier nicht die Formulierung, sondern die Darstellung der Schrift).

Zurück würde ich jedoch nicht mehr wollen. Die Digitalisierung hat doch deutliche Vorteile. Und so bin ich weiterhin gespannt, wo die Reise hinführen wird.

Werbeanzeigen

Ich werde alt

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Was für ein Wochenende!

Endlich haben wir Frühling, wenn auch im Winter und wahrscheinlich auch nur für einen Moment, und was mache ich? Ich quäle mich mit der Renovierung der Wohnung meiner alten Tante.

Nachdem sie mich beim letzten Besuch nicht mal mehr erkannt hatte – für einen kurzen Moment glaubte sie zu wissen, wer ich bin, aber sie erkannte mich dennoch nicht, denn sie meinte, sie hätte mich zuletzt gesehen, als ich noch ein kleines Kind war – war ich mir mehr als sicher, dass wir das Richtige getan hatten. Sie ist in dem Pflegeheim einfach besser aufgehoben. Zumal sie sich dort sehr wohl fühlt. Sie blüht regelrecht auf, weil sie dort beschäftigt wird und immer einen Ansprechpartner hat.

In ihrer Wohnung war sie immer allein. Da sie unter Glasknochen-Krankheit leidet, hat sie teilweise das Haus gar nicht mehr verlassen.

Ihr einziger Kontakt war zu den Telefon-Verkäufern von Reader’s Digest. Die haben ihr regelmäßig Bücher und DVDs angedreht. Jeden Monat hat sie € 300,- an diesen „Verlag“ überwiesen. Wir haben Kartonweise DVDs und Bücher entsorgt. Teilweise hatte sie manche Titel fünf mal. Die Bücher will niemand haben. Nicht mal geschenkt.

Immerhin hat der Entrümpeln alles mitgenommen. Soll der sich jetzt damit rumschlagen.

Ich war doch erstaunt, wie viel wir unterm Strich doch geschafft haben. Mit sechs Leuten  kann man dann doch eine 84 qm Wohnung gut an einem Tag streichen. Dennoch müssen wir noch einmal in ihre Wohnung. Blöderweise fand die Tante grün sehr schön und so waren beinah alle Zimmer in dieser Farbe gestrichen. Obwohl wir eine gut deckende Farbe genommen haben, waren die Wände am Ende doch recht scheckig und wir müssen wohl oder übel noch mal ran.

Also noch ein Wochenende.

Obwohl mein Mann mir verboten hatte mich körperlich anzustrengen – meine Lunge lässt das einfach noch immer nicht zu – war es doch sehr anspruchsvoll für mich. Ich spüre noch immer jede Faser in meinem Körper.

Weil ich eben nichts machen durfte, habe ich mich freiwillig für die schlimmste aller Arbeiten geopfert: das Abkleben.

Wie wir alle wissen, ist das Streichen geradezu lächerlich gegen diese Vorarbeiten. Als wir im letzten Jahr unsere Wohnung gestrichen haben, war das auch immer das nervigste und vor allem das, was zeitlich am meisten aufgehalten hat. Für unser Bad habe ich zwei Stunden abgeklebt und in nur 30 Minuten alles gestrichen.

Sei es drum. Ich habe jedenfalls an diesem Wochenende viel für die Muskulatur an meinem Gesäß getan. Wie ich es schaffte den gesamten Rest meines Körpers zu trainieren, bleibt mir ein Rätsel. Es ist aber so.

Ich merke jedenfalls, dass ich nicht mehr so spritzig bin, wie ich gern sein würde. Ja, auch ich merke tatsächlich das Alter. Und das in meinem Alter! Wie soll das erst in zehn Jahren werden?

Ich hoffe, ihr hattet alle ein entspannteres Wochenende und habt das Frühlings-Wetter genossen.

Euch allen einen super Start in die neue Woche. Genießt die letzten Sonnenstunden, bevor es schon ab morgen schon wieder vorbei sein soll.

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Jeder wie er will

Praesidnet Schaefer auf der Elbe

Niemals würde mir einfallen jetzt in ein Gebiet zu fahren, in dem Schnee liegt. Ich sehne mich so sehr nach Frühling, dass mich die Vorstellung, dass wir noch mal mit Winterwetter rechnen müssen, gruseln lässt.

Ganz davon abgesehen, dass mich nie die Leidenschaft zum Skilaufen gepackt hat. Eher lässt es mich ratlos zurück, wenn mir Freunde davon berichten wie viel Spaß sie haben.
Diese Freunde sind mir sehr ähnlich. Denn ebenso wie ich absolut nicht nachvollziehen kann, wie man für einen Urlaub Geld ausgeben kann, in dem man in die Kälte fährt, sich Stundenlang mit anderen Leuten an einen Lift anzustellen, um dann einen Hügel (meinetwegen auch Berg) hinunter zu fahren, um sich gleich nochmals Stundenlang anzustellen und diese Prozedur mehrmals am Tag über sich ergehen zu lassen, können die Freunde absolut NICHT verstehen, wie man an dieser Freizeitbeschäftigung keinen Spaß haben kann.

Oft musste ich mir anhören, dass ich vollkommen ignorant sei und eigentlich gar keine Ahnung hätte, denn wenn ich jemals Skigelaufen wäre, dann würde ich das verstehen und ebenso gern immer und immer wieder in den Schnee fahren wollen.

Aber ich WILL NICHT in den Schnee fahren, gerade weil ich das schon mal gemacht habe und es total doof fand. Ich kann eben keinen Sinn darin erkennen. Und Spaß geht in meinen Augen auch anders.

Unterm Strich gilt dann aber doch: JEDER WIE ER WILL.

Ich jedenfalls nicht. Ich bin dankbar für dieses Hoch, was uns gerade so herrlichen Sonnenschein und damit verbundener Wärme beschert. Ich freu mich auf das nahende Wochenende. Obwohl ich eher weniger von dem guten Wetter haben werde, da ich eine Wohnung renovieren muss. Eine meine liebsten Aufgaben. Das steigert meine Laune nur bedingt. Doch manchmal hat man keine Wahl und muss sich dem Unangenehmen stellen.

Wie dem auch sei.

Das Wochenende naht!

Ich wünsche euch ein wundervolles selbiges. Macht was draus und genießt die Natur!

Endlich

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Was für ein herrlicher Frühlingstag heute ist. Und das, obwohl wir eigentlich noch Winter haben. Das Schlimme dabei ist nur, dass ich mich so sehr nach Frühling, Wärme und Sonne sehne, aber weiß, dass wir es noch nicht überstanden haben und das dicke Ende noch immer kommen kann.

So wie im letzten Jahr. Oder in vielen andern Jahren, in denen es im März noch mal so richtig fies winterlich wurde. In einem Jahr wurde es Ende Februar noch mal so kalt, das die Alster zugefroren war und wir lange bis in den März Eis auf dem Wasser hatten.

Aber heute, da ist es einfach nur traumhaft schön!

Also genieße ich die Luft, die noch recht frisch ist, aber schon so sehr nach Frühling duftet. Die Vögel zwitschern. Wie habe ich das vermisst!

Auffällig ist auch, wie sich das Licht in den letzten Tagen verändert hat. Selbst wenn es mal wieder so furchtbar grau blieb, war doch deutlich spürbar, dass durch die dicke Wolkendecke sich mehr Licht hindurch kämpfte.

Es ist einfach so: ich HASSE den Winter.

Das wird von Jahr zu Jahr schlimmer. Umso mehr freue ich mich über das Ende dieser unsäglichen Jahreszeit.

In diesem Sinn wünsche ich euch allen einen wundervollen Tag.

Ich hoffe, wenn ihr einen liebenden Menschen an eurer Seite habt, dass dieser euch nicht nur heute seine Liebe unter Beweis stellt. Ich habe so einen zum Glück gefunden.

Muskeln

„Muskeln sind wie Frauen, wenn du dich nicht kümmerst, sind sie weg“
Ryan Gosling

Wie das mit dem Kümmern um Frauen ist, damit habe ich eher weniger Erfahrung. Doch leider kann ich die These was die Muskeln betreffen absolut bestätigen.

Seitdem ich mit Mitte 30 die Reisleine zog und mein Leben komplett umgestellt und mit Sport angefangen hatte, habe ich mir eigentlich nie Gedanken über Muskeln gemacht. Außer sie machten sich mit Muskelkater bemerkbare was anfänglich eine große Sache war.

Doch ziemlich schnell wurde ich fit und somit auch relativ muskulös. Ich ging drei bis vier Mal in der Woche zum Sport. Absolvierte im Sportstudio mehrere Kurse hintereinander. So wurde ich nicht nur fit, ich verlor eine Menge an Gewicht.

Dem Alter und einigen schweren Grippe-Erkankungen war es dann aber leider geschuldet, dass ich weniger Sport treiben konnte und somit wieder zunahm. Das doofe dabei ist aber tatsächlich, dass man Fett aufbaut, dafür aber im gleichen Maße Muskeln verliert.

Mit Mitte 40 bekam ich ein tolles Job-Angebot. Ich begleitete zwei Gewinnerinnen einer Türkei-Rundreise. Alles sollte fotografisch dokumentiert werden. Wir fuhren zwar mit einem Klein-Bus durchs Land, doch blieben wir gefühlt alle zwei Meter stehen, um Fotos machen zu können.

In den ersten zwei Tagen blieben wir in Istanbul. Es war heiß. Und der Rucksack mit seinen mehr als 10 Kilo wirklich schwer. Mein Mann meinte vor der Abreise, ich sollte mit dem Ding auf dem Rücken ein paar Mal um die Alster laufen. Ich fand das absurd.

Doch bereits am Flughafen bei der Abreise wurde mir klar, dass dieser Tipp nicht der schlechteste war und ich ihn besser berücksichtigt hätte. Ich hatte noch Zeit und schlenderte durch die Regale des Duty-Free-Bereichs. Ich entdeckte etwas im unteren Teil eines Regals und hockte mich, mit dem Rucksack auf dem Rücken, hin.

Ganz blöde Idee: ich kam nicht wieder hoch. Meine Beine waren zu schwach dafür.
Ich drohte bei jeder Bewegung wie eine Schildkröte auf den Rücken zu fallen und mich dann nie mehr aus dieser misslichen Lage befreien zu können. Daher tat ich so, als würde ich mir das Angebot noch etwas genauer anschauen. Immer wieder versuchend mich irgendwo abzustützen und mich hochziehen zu können. Ich schaffte es in der Lage nicht mal den Rucksack abzulegen. Irgendwann zog ich mich am Regal hoch und hoffte, dass ich nicht mit dem ganzen Teil umfallen würde.

Aus diesem Grund gestalteten sich die ersten Tage als echte Qual. Bereits nach den ersten Stunden hatte ich rote Schlieren auf den Schultern. Der Rücken schmerzte und ich fragte mich, wie ich die nächsten Tage überstehen sollte?

Als ich heulend am ersten Abend mit meinen Mann telefonierte und von ihm getröstet werden wollte, war seine knappe Antwort: „Du wolltest den Job unbedingt, also jammere jetzt nicht, du wusstest schließlich worauf du dich einlässt.“
In der Folge sprach ich nie wieder über die Anstrengungen und meine Schmerzen.

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Tatsächlich wurde der Rucksack mit der Zeit etwas leichter. Sogar meine Schultern gewöhnten sich an die Belastung.
Mir wurde nicht bewusst, wie sehr sich mein Körper in nur einer Woche verändert hatte. In den Unterkünften gab es meist nur knappe Spiegel, in denen man maximal sein Gesicht sehen konnte.

Vom ansatzweise „normalen“ Standart bis absoluten
Nichtvorhandensein von Luxus war alles dabei

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Erst als ich wieder zu Hause war und mich nackt in Gänze sehen konnte, stellte ich fest, wie sehr mich die Reise gestählt hatte. Das sah mal wirklich richtig gut aus.

Mir war damals nicht bewusst, dass man sich um Muskeln eben wirklich kümmern muss. Immerhin machte ich weiterhin Sport. Aber das reichte nicht. Nach sehr kurzer Zeit war es vorbei mit dem schicken Six-Pack.

Geht es uns zu gut?

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Das Leben ist zu kurz und viel zu schön, um sich aufzuregen.

Haben wir zu viel Zeit oder geht es uns einfach zu gut?
Oder warum regen sich manche Menschen über Dinge auf, auf die ich selbst nach langem Grübeln nicht kommen würde.
Vielleicht ist es aber auch eine Art Lebenseinstellung.

Ich schimpfe, also bin ich.

Manchmal habe ich den Eindruck, als hätten die Menschen gar keinen echte Probleme. Nichts, was ihr Leben tatsächlich bedroht. Ihre Existenz ins Wanken bringt. Wer am Abgrund steht, der hat ganz sicher keine Zeit und keine Muße sich durch das Netz zu wühlen und irgendwo hässliche Kommentare zu schreiben.

Auf der anderen Seite aber, wären die Menschen glücklich, dann würden sie ebenfalls keinen negativen Gedanken verschwenden und dies durch ätzende Kommentare in sozialen Netzwerken zum Besten geben.

Also haben solche Menschen am Ende dann doch ein Problem. Nur dass dieses Problem wahrscheinlich überhaupt nichts mit dem Hass-Kommentar zu tun hat. Die Menschen wollen nur mal Luft ablassen, sich auskotzen. Und vor allem endlich mal auf jemanden herumtrampeln. Am besten noch einen, der sich nicht wehren kann.

Mich lässt das eher ratlos zurück.

Doch am Ende tun mir diese Menschen eigentlich nur leid.
Schade, dass sie nie glücklich sein können.

Ich hasse den Winter

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So schön es auch anmuten mag, ich hasse den Winter wirklich. Mir ist ständig kalt. Oder aber total heiß, weil ich mich aufgrund der Kälte draußen viel zu warm angezogen habe. Kurz nachdem mir der Schweiß ausgebrochen ist, fange ich wieder an zu frieren, weil es ja so verdammt kalt ist.

Der erste Blick morgens gilt der Wetterstation, um zu sehen wie verdammt kalt es wieder ist. Obwohl mir das bereits klar war, als ich beim Verlassen des kuscheligen Bettes hinaussah. Die Vorstellung überhaupt aufstehen zu müssen, steigert meine Laune in keiner Weise.

Zum Glück tut es so, als wäre es hell, wenn ich aufstehen muss. Die Sonne verkriecht sich Tag um Tag hinter grauen Wolken.

Ich habe auch überhaupt gar kein Bedürfnis meine Winterkleidung aufzutragen. Darauf kann ich gern verzichten. Ich finde es ohnehin anstrengend sich jeden Tag aufs neue mit der Kleiderwahl auseinandersetzen zu müssen. Lage um Lage anziehen zu müssen, in der Hoffnung mal nicht zu frieren.

Ich träume vom Sommer. Von Wärme. Meinetwegen auch Hitze. Alles ist besser als dieses Drecks-Mist-Kack-Winter-Wetter da draußen.