Jetlag

Montage sind für mich ja nie ein Problem. Viel schlimmer sind für mich die Sonntage. Was einem Kindheits-Trauma geschuldet ist. Denn Montage waren nicht immer schön für mich. Aber ich schweife ab.

Das Wochenende war kurz.
Merkwürdig, ein Tag hat 24 Stunden. Die sind immer gleich. Und doch nehmen wir es ganz unterschiedlich wahr. Mir fehlt jedenfalls ein Tag.

Eigentlich müsste ich sogar das Gefühl haben, dass das Wochenende extrem lang war, denn ich habe viel zu wenig Schlaf bekommen.

Am Samstag haben wir für einen lieben Freund für seinen Geburtstag unsere Wohnung zum Feiern zur Verfügung gestellt. Er wohnt in München, ist doch aber eher mit Hamburg verwurzelt und seine Freunde leben eben hier. Da war es doch sehr viel einfacher für uns, seine Freunde und ihn bei uns zu bewirten, als dass wir alle hätten nach München fahren müssen.

Es kamen jetzt mehrere Faktoren zusammen:
• Wir haben den Freund lange nicht gesehen
• Er feierte in seinen Geburtstag
• Es war zudem ein runder Geburtstag, der 50.

Erstaunt war ich, als uns der erste Gast verließ und ich plötzlich bemerkte, dass es hell draußen war. Es dämmerte nicht, Die blaue Stunde hatten wir bereits verpasst. Wäre es nicht bedeckt gewesen, die Sonne hätte bereits geschienen.

Um sechs Uhr konnten dann auch endlich wir ins Bett wanken. Ich war wirklich dankbar, dass die Sonne nicht schien. Hell war es trotzdem und ich konnte erst gar nicht einschlafen.

Dementsprechend früh war ich wieder wach. Hatte zwar den Eindruck, dass ich meine Augen nie mehr würden öffnen können, aber schlafen konnte ich auch nicht mehr.

Schlimm war dann der Moment, als ich das Schlafzimmer verließ. Der Blick ins Esszimmer ließ mich kurz überlegen, ob ich einfach gehen und den Schlüssel wegschmeißen sollte.
Der Geruch, eine Melange aus Essensresten, Alkohol-Neigen in den Gläsern und vollen Aschenbechern, ließ mich erneut darüber nachdenken, die Wohnung sich selbst zu überlassen und aufzugeben.

Tapfer riss ich mich zusammen und räumte auf. Irgendwann schlappte mein Mann aus dem Schlafzimmer, kam zu mir – sein Gang war langsam und es schien ihn extrem anzustrengen – und meinte, er könnte mir auf keinen Fall in diesem Moment helfen. Dann verschwand er wieder im Bett.

Ich sah mich jedoch außerstande mich wieder hinzulegen. In Bewegung zu bleiben schien mir die bessere Variante zu sein.

Nachmittags trafen wir uns erneut mit dem Freund an der Alster. Die frische Luft tat gut.

Da wir noch viele Reste hatten, mussten die noch vertilgt werden und so trafen wir uns später erneut mit weiteren Freunden bei uns.

Um 23 Uhr bin ich komatös auf dem Sofa eingeschlafen. Das war weniger dem Alkoholkonsum geschuldet, als vielmehr vollkommener Übermüdung.

Auch heute fällt es mir schwer die Augen zu öffnen. Ein unwiderstehlicher Drang, mit dem Kopf auf der Tastatur aufzuschlagen und einfach zu schlafen, ist kaum auszuhalten.

Wo habe ich eigentlich die Brille mit den aufgemalten Augen?

10 Dinge, die Frauen nicht hören wollen

1. Ja, ich habe doch gesagt, ich mach es gleich

gleich gefolgt von

2. Aber nicht jetzt

3. Sätze die mit „Ja, aber …“ beginnen

4. Das kann ich noch mal anziehen, dass muss nicht gewaschen werden

5. Natürlich weiß ich, wann du Geburtstag hast

6. Es tut mir leid, aber ich konnte nichts dafür

7. Ach, darüber haben wir gesprochen?

8. Du weißt doch, Männer brauchen klare Ansagen

9. Wenn ich mich daran bloß noch erinnern könnte

Absoluter Spitzenreiter ist jedoch:

10. Ich mache es wieder gut, Schatz

DBDDHKP

Kommunikation ist doch was feines.

Ich habe immer angenommen, Sprache sei dafür gedacht, dass der Sender einem Empfänger etwas mitteilen möchte.

Doch was möchte mir ein Sender mitteilen, wenn er Abkürzen gebraucht, die ich nicht verstehe?

Entweder setzt er voraus, dass ich mich besonders gut auskenne, oder aber, er will mir zeigen, wie besonders gut er sich auskennt und wie überlegen er mir damit ist.
Nur weil wir entweder zu gut erzogen sind oder aber uns nicht der Peinlichkeit hingeben wollen, dass wir eben gar keine Ahnung haben, wovon der Sender da spricht, fragen wir nicht nach. Das Resultat bleibt das Gleiche: Die Kommunikation läuft ins Leere.

Meist lächelnd man freundlich und nickt.

Ebenso verhält es sich mit Anglizismen. Der Sender kann doch nicht selbstverständlich davon ausgehen, dass jeder sie versteht.

Hier ist es ja noch schlimmer als mit Abkürzungen. Wer will sich schon als Trottel darstellen, indem er nachfragt und damit klar macht, dass er kein Englisch spricht?

Dabei wissen die Sender oft selbst nicht, was sie reden. Selbst wenn man weiß, worum es geht, sollte man einfach mal nachfragen und den Sender bitten es auf Deutsch zu sagen.

Man wird überrascht sein, was dabei herauskommt. Bei vielen Worten weiß man nicht mal mehr wie sie in unserer Sprache heißen.

Mich hat dieses Denglisch schon immer genervt. Entscheidet euch doch mal für EINE Sprache.

 

(Doof bleibt doof, da helfen keine Pillen)

Gesundheit

Kaum zu glauben: Ich bin wohl tatsächlich wieder gesund!

Der Arzt hatte zwar so was gesagt, aber ich habe ihm nicht geglaubt. Wie auch, wenn ich mich noch immer genauso schlecht gefühlt habe, wie noch vor einigen Wochen.

Von einen auf den anderen Tag aber wurde es besser. Plötzlich habe ich das Gefühl, das ich mich nach einer Anstrengung – Straße überqueren, ein Glas Gurken öffnen, aufstehen, duschen – tatsächlich auch relativ schnell wieder erhole.

Und: ich bin nicht mehr so müde.

Ich muss nicht jeden Tag mehrere Stunden schlafen, um ihn überhaupt ansatzweise zu überstehen. Ich komme jetzt sogar komplett ohne den täglichen Schlaf aus.

Ehrlich, ich hatte schon gar keine Ahnung mehr, wie es sich anfühlt, wenn man gesund ist. Heute morgen war ich sogar so übermütig, dass ich dachte, ich könnte ganz bestimmt bald mal wieder joggen.

Immerhin schaffe ich nun schon den längeren Spaziergang, den wir normalerweise mittags immer machen, um mal rauszukommen und nicht ständig vor der Kiste zu sitzen.

Der Husten ist fast ganz verschwunden.

Jetzt bin ich derart Zuversichtlich, dass ich sicher bald mit dem Schreiben weiter machen kann. Das war leider liegen geblieben, weil mir dafür einfach die Kraft fehlte. Und die Zeit. Wenn man die Hälfte des Tages mit Schlafen oder sich erholen – allein davon, dass man lebt – beschäftigt ist, kommt man einfach zu nix.

In diesem Sinn wünsche ich euch einen super Feierabend!

Ist es Liebe oder Verwirrung?

Ich gehöre wohl zu den langweiligsten Menschen, die ich kenne. In meinem Leben bin ich erst zwei Mal umgezogen und habe dabei nur einmal die Adresse gewechselt.

Das war zwar so nie geplant, hat sich dann aber so ergeben und mittlerweile finde ich es gut so, wie es ist. Man könnte auch sagen, ich sei angekommen und zufrieden.

So gesehen hat es auch wieder etwas Gutes.

Daher lebe ich seit über dreißig Jahren in dem gleichen Mehrfamilienhaus mitten in der Stadt. Ich liebe es. Die Alster ist in fünf Minuten zu Fuß zu erreichen. Mehr geht meiner Meinung nach nicht. Wahrscheinlich ein Grund, weshalb ich dort noch immer lebe. Es ist meine Heimat geworden. Nicht der Stadtteil, in dem ich aufwuchs. Über die Hälfte meines Lebens bin ich nun an diesem Ort.

Ich habe in den dreißig Jahren viele Menschen kommen und gehen sehen. In dem Eingang, in dem ich lebe, gibt es nur noch ein Ehepaar das länger dort lebt als ich.
Im gesamten Komplex, bestehend aus vier Einheiten, gibt es lediglich noch zwei weitere, die länger dort wohnen.

Langsam sterben alle weg.

Inzwischen weiß ich teilweise nicht mehr, wer alles in diesem Komplex wohnt. Was ich sehr schade finde. Selbst in meinem Haus weiß ich teilweise nicht, wer dort lebt.
Offensichtlich ist es unüblich geworden sich vorzustellen. Wenigstens in dem Haus, in dem man wohnt. Im gesamten Häuser-Komplex habe ich mich auch nicht vorgestellt.

Zum Glück gibt es aber noch immer Nachbarn, die man kennt. Teilweise sogar sehr gut  und es an Freundschaft grenzt.

Irgendwie hatte es immer so was von „Lindenstraße“, wenn man mit Nachbarn über andere Nachbarn sprach. Hauptsächlich die Nachbarn, die man eben nur vom sehen kannte. Die bekamen dann irgendwann einen Spitznamen. Weil man ihren echten Namen ja nicht kannte.

So gibt es den Hut. Ein sehr merkwürdiger Mensch. Der grüßt NIE. Ganz egal, ob ich mich direkt vor ihn stelle und Hallo sage. Er guckt nur blöd, sagt kein Wort und geht weiter.

Lustig war auch die Turmhose, die sich erstaunlich gut mit dem Hut verstand. Sie wohnten im gleichen Haus.

Die Turnhose lebte bereits vor mir in diesem Komplex. Ich kannte ihn ausschließlich mit Turnhose bekleidet. Egal ob Sommer oder Winter. Der lief jeden Tag. Ich bin mir nicht sicher, ob er überhaupt gearbeitet hat. Doch wird er über Geld verfügt haben, denn er wohnte allein in einer über 100 qm großen Wohnung.

Damals, als ich Mitte der 80er Jahre einzog, war er noch jung. Also so jung wie ich heute. Natürlich fand ich ihn mit Anfang zwanzig alt.

Als er älter wurde, tauchte doch tatsächlich eine Frau auf. Ich schätze, sie wird in seinem alter gewesen sein. Die beiden waren ein süßes Paar. Er gestattete es jedoch nicht, dass sie bei ihm einzog. Sie besuchte ihn oft. Kümmerte sich rührend um ihn, als er dann leider dement wurde. Dabei wirkte sie selbst oft nicht so, als könnte sie das alles bewältigen und bräuchte Hilfe.

Vor ein paar Jahren starb dann die Turnhose. Ganz leise. Erst Wochen später hörte ich davon. Gesehen hatte ich ihn schon lange nicht mehr.

Seine Freundin sehe ich jedoch häufig. Manchmal sogar täglich. Was daran liegt, dass sie wahrscheinlich täglich durch unsere Straße läuft. Sie bleibt dann auf der anderen Straßenseite stehen und schaut zu seiner Wohnung rauf.

Manchmal sehe ich sie auch am Eingang. Sie sucht nach der Klingel. Aber sein Name steht nicht mehr dort. Nun wohnt jemand anderes in seiner Wohnung.

Das Schlimmste ist jedoch, wenn ich sie im Hof sehe. Alle Wohnungen haben einen zweiten Balkon in den Hof. Die Turnhose und wir hatten den gleichen Hof, der von der Straße aus zu begehen ist.

Sie steht dann einfach so da und schaut zu der Wohnung auf.

Ich bin mir nicht sicher, ob sie überhaupt versteht, dass er nicht mehr lebt. Es zerreißt mir jedes Mal das Herz, wenn ich sie sehe. Bisher konnte ich sie nie ansprechen, da sie immer viel zu schnell verschwunden ist und ich sie eben oft nur von weitem sehe.

Geduld ist eine Tugend

Die mir vollkommen fremd ist. Dieses Wort ist derart absurd, dass ich im Grunde kaum ihre Bedeutung weiß.

Dabei musste ich mich in diesem Jahr extrem damit abmühen.

Seit heute ist es quasi offiziell: Ich bin wieder gesund!

Nach fast genau vier Monaten (ja, in Worten: v i e r) hat der Arzt mir heute mitgeteilt, dass ich wieder gesund bin.

Was nicht heißt, dass es mir gut geht. Gemessen an dem, wie es mir noch vor sechs Wochen ging, ist es heute geradezu SUPER. Aber ich bin sehr, sehr weit davon entfernt richtig „gesund“ zu sein.

Der ein oder andere hatte es wahrscheinlich schon mitbekommen, dass ich im Februar krank wurde. Da hat es mich richtig gerissen. Mir war schon klar, dass es langwierig werden würde. Aber so lang …

Ich wurde es müde, davon zu berichten. Meine Freunde im realen Leben glaubten bereits, ich sei ein Spinner. Bis dann endlich, nach einem Ärzte-Marathon, herauskam, dass ich eine virale Lungenentzündung habe, bzw. nun endlich HATTE!

Das Wort „viral“ verrät es bereits: man kann nix machen, außer Warten.
Keine Medizin hilft. Auch das ist schwer zu verstehen. Jedem, dem ich davon berichtet habe, da es mir ja immer noch so schlecht ging, fragte danach, welche Tabletten ich nehme und ob denn nicht Antibiotika helfen? Nein, tun sie NICHT.

So bekam ich in den letzten Monaten einen Einblick, wie es sein könnte, wenn ich mal richtig alt bin. NIX ging mehr. Selbst das Überqueren einer einspurigen Straße kann zur Herausforderung werden.

Man kann sich das ganz schwer vorstellen (ginge mir nicht anders, wenn ich nicht in so einer Lage gewesen wäre). Ich konnte wirklich NICHTS. Selbst eine Flasche Wasser anzuheben wurde zur Qual.

Mir sagte jemand, es sei doch mal schön, wenn sich das Leben so entschleunigt. Ja, das mag für einen gesunden Menschen zutreffen. Aber nicht, wenn man krank ist. Viele Stunden des Tages (und nicht der Nacht) habe ich geschlafen. Alles war derart anstrengend, dass ich mich für ein paar Stunden hinlegen musste.

Wenn es einen Selbstständigen trifft, ist das doppelt schlimm. Ich frage mich, wie das Selbstständige mit einem Einzelhandels-Geschäft machen? Ich habe den Luxus, dass ich ein eigens, sehr hübsches Büro habe, in dem ein bequemes Sofa steht. Ich kann mir den Tag selbst einteilen. Ein Grund für meine Selbstständigkeit.

Auf eine Versicherung muss man da nicht hoffen. Die habe ich natürlich auch. Doch die zahlt erst dann, wenn man zu schwach ist den Kopf unterm Arm zu befördern. Machen wir uns nichts vor. Die zahlen erst dann, wenn man wirklich im Krankenhaus liegt und GAR NICHT mehr kann. Bis dahin ist man dann allerdings eventuell schon pleite, wenn man nicht entsprechend Rücklagen geschaffen hat oder anderweitige Lösungen findet.

Alles Erfahrungen, auf die ich hätte verzichten können. Das alles gepaart mit dem Verlust, den wir vor ein paar Wochen zu ertragen hatten. Für mich kein gutes Jahr.

Aber es ist ja erst Halbzeit. Ich bin jetzt guter Hoffnung, dass ich noch in diesem Jahr – vielleicht sogar noch im Sommer – richtig gesund werde. So gesund, dass ich mich belasten kann. Dass ich eventuell sogar mal wieder Joggen kann.

Neulich hab ich meine Sporttasche in den Händen gehabt. Sie ist schwer und voll. Da ist noch das Sportzeug für den Winter drin. Wenn es ganz über läuft, dann bleibt es auch drin, bis ich wieder laufen kann. Wahrscheinlich ist es dann sogar schon wieder dunkel (*heul*).

Nein, ich will nicht jammern. (Wenn nur auf hohem Niveau). Es gibt wirklich Schlimmeres als das. Immerhin ist es nicht direkt eine Lebensbedrohliche Krankheit. Ich sollte demütig sein, dass ich es so gut überstanden habe. Auch wenn mir der Arzt heute nochmals mitteilte, dass ich eine wirklich ernsthafte Krankheit hatte. Und die braucht eben Geduld.

Menno, da drehe ich mich doch im Kreis. Ich habe KEINE Geduld!
So viel Tee kann ich gar nicht trinken.

In diesem Sinn, bleibt gesund!
Hustet und Niest NICHT in die Hand!
Wascht euch regelmäßig die Hände!
Fasst euch nicht ständig ins Gesicht! (achtet mal drauf, wie oft man das unbewusst macht)

Und euch einen schönen Feierabend!

Weißt du noch?

Ist auf der einen Seite die unterste Stufe der Kommunikation, kann aber dennoch auch etwas tröstendes haben.

Grundsätzlich mag ich diese drei Worte aber dennoch nicht.

Ich mag nicht in der Vergangenheit leben. Ich lebe im Hier und Jetzt. Mir ist die Zukunft viel lieber, als die Vergangenheit.

Schon oft habe ich darüber geschrieben, wie mich das nervt. Dieses ewige „früher war alles besser“. Was ja überhaupt nicht stimmt. Es wird eben nur verklärt dargestellt.

Dabei ertappe ich mich, dass ich doch manches mal denke „was soll das jetzt?“
Ich fühle mich in manchen Dingen wirklich alt und verstehe nicht, was das soll. Wie beispielsweise dieses ständige spielen mit dem Smartphone. Was kann so wichtig sein, dass man STÄNDIG schauen muss, was es neues gibt?

Ich vertrete ja die Ansicht, dass wir zwar früher auch ohne ausgekommen sind und es uns dabei gut ging, aber wo fängt man da an und wo hört es auf? Als es keine Autos gab, ging es den Menschen auch gut. Sie kamen wunderbar ohne zurecht. Selbst ohne Strom waren die Menschen zufrieden. Allein aus dem Grund, weil sie es nicht anders kannten. Wenn man sich dann erst mal daran gewöhnt hat, will man es nicht mehr missen.

Ich will mein Mobiltelefon auch nicht missen. Doch gestehe ich, meist telefoniere ich lediglich damit. Mein Datenvolumen, was wirklich klein ist, nutze ich selten aus. Ich kann sogar überhaupt nicht verstehen, wie man damit NICHT auskommen kann? Es macht doch keinen Spaß auf einen Mini-Display irgendwelche Filme anzusehen.

In Gesprächen mit anderen plötzlich ein Smartphone vorgehalten zu bekommen, um ein ach so lustiges Katzenvideo anzusehen, empfinde ich ebenso lästig, wie jemand, der nichts weiter zu erzählen hat als Witze.

Aber ich schweife ab.

Ich gehe ja gern aus. Vor allem gehe ich gern Tanzen. Tatsächlich ist es inzwischen meinem Alter geschuldet, dass die Intervalle immer länger werden. Die Zeit der Regeneration wird deutlich länger. Ich ertappe mich sogar dabei, dass ich beim Ausgehen bereits an die nächsten versauten Tage denke. Was mich jedoch nicht hindert es trotzdem zu tun.

Ich werde jedoch nie mehr auf eine dieser Ü-Partys zu gehen. Früher waren es Ü-30-Partys. Jetzt gibt es sogar schon Ü-40-Partys. Wahrscheinlich auch schon Ü-50-Partys.

Das ist der Vorhof zur Hölle!

Ich frage mich immer, wo diese Menschen herkommen, die auf solche Partys gehen?
Es sind nicht die „normalen“ Party-Gänger, die ich sonst auf meinen Touren treffe. Dabei bin ich nicht die älteste, wenn ich mal ausgehe. House- und Electro-Music scheint altersübergreifend zu funktionieren.

Auf diesen merkwürdigen Ü-Partys wird so grauenvolle Musik gespielt, dass mir nach kürzester Zeit die Ohren bluten. Einmal habe ich tatsächlich mein MP3-Player aus der Tasche gezogen und meine eigene Musik gehört, weil ich die schreckliche 80er Mucke einfach nicht mehr ertrug.

Am allernervigsten finde ich jedoch diese Einträge auf der Gesichts-Buch-Plattform, die mit „wenn du dich daran noch erinnerst“ darauf aufmerksam machen, dass, wenn ich mich eben erinnern kann, ich verdammt alt bin.

Wozu soll das gut sein?

Ich weiß selbst, dass ich nicht mehr jung bin. Muss mir das ständig vor Augen gehalten werden? Und vor allem: bin ich besser als die anderen, wenn ich ein gewisses Alter erreicht habe und mich eben erinnern kann?