Blick in die Vergangenheit

Da soll noch mal einer sagen, früher war alles besser.

Es liegt zwar einige Jahre zurück, seitdem ich diese Bilder machte, aber ich denke, das spielt keine Rolle. Obwohl die Häuser in denen ich sie aufnahm inzwischen saniert sein sollen.

Es handelt sich um die letzten Rudimente eines Hamburger Gängeviertels. Wobei man sagen muss, dass dies eher wenig damit zu tun hat, setzt man sich intensiver mit der Materie Gängeviertel auseinander.

Früher habe ich immer gedacht, wie schade es ist, dass in Hamburg quasi nichts wirklich Altes mehr steht. Es liegt leider in der Tradition der Hamburger Pfeffersäcke, Altes nicht zu bewahren. Das war schon immer so.

Prinzipiell finde ich das furchtbar. Gesehen auf die Gängeviertel aber sehr nachzuvollziehen. Das war wenig romantisch. Es erstaunt mich auch nicht, dass wir noch Ende des 19 Jahrhunderts eine Choleraepidemie hatten. Die hygienischen Bedingungen waren katastrophal.

Das alles hatte nichts mit dem zu tun, was man heute als Gängeviertel bezeichnet. Diese Häuser sind im Gegensatz dazu richtig modern. Einzig ihre enge Bebauung erinnert an die engen Gassen des Gängeviertels.

Vor einigen Jahren besetzten Künstler die zum Abriss freigegeben Häuser. Jeder kann sich anhand der folgenden Bilder selbst ein Urteil bilden, ob es sinnvoll ist diese zu sanieren oder doch alles der Abrissbirne zu Opfern.

Ich finde es generell schade, dass man diese Häuser überhaupt erst hat so verfallen lassen. Man hätte sich viel früher um deren Erhalt kümmern müssen. Das ist doch im Grunde der eigentliche Skandal.

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Und sonst so?!

Jaha, mich gibt’s auch noch.

Keine Ahnung, wo die letzten Wochen geblieben sind. Nach wie vor rast die Zeit an mir vorbei. Ebenfalls keine Ahnung, ob sie überhaupt von mir Notiz nimmt.

Das reale Leben hat die Krallen noch tiefer in mich geschlagen, dass ich quasi bewegungsunfähig bin.

Dennoch alles in allem aber trotzdem positiv.

Mir geht es gut!

Obwohl mich Höhen und Tiefen durch die Monate, Wochen, Tage und Stunden tragen.

Positiv:
Ich war am Samstag tatsächlich mit der Weltbesten Freundin aus. Darauf hatte ich mich endlos gefreut. Auch wenn ich keine Ahnung hatte, wie ich die Nacht überstehen soll. Doch die Weltbeste Freundin hatte ein Auge auf mich und achtete darauf, dass ich mich nicht überforderte. So konnte ich sogar hin und wieder tanzen. Was wiederum unglaublichen Muskelkater hinterlassen hatte.

Ein ebenso unglaublich GUTES Gefühl! Ein Gefühl, dass ich endlich wieder lebe.

Negativ:
Rückschläge begleiten mein Leben noch immer. Kaum, dass ich denke, Hurra, jetzt geht’s besser, bekomme ich auch gleich wieder einen Hustenanfall, bin kaputt und fühle mich wie ausgekotzt.

Das, und mein Mann, trieben mich zum Arzt. Eine Begegnung, auf die ich wahrlich gern verzichtet hätte. Das war einer dieser ganz tiefen Tiefpunkte, die kaum zu überbieten sind. Und jetzt kommt es mal komplett anders, als ihr es vermutet und ich ebenfalls nicht angenommen hatte.

Seine Diagnose: Ich bin gesund.

Er schaute mich mit vollkommenen Unverständnis an. Das aber in einer Art, die wenig Empathie mitsich brachte. Ich erklärte ihm, wie es mir geht. Ich wolle mein Leben wiederhaben. Wolle wieder Joggen, Radfahren, einem Bus hinterherlaufen, laufen, wenn ich keinen Regenschirm dabei habe und nicht nass werden will. Einfach die ganz normalen Dinge des Alltags erledigen, ohne Husten zu müssen. (Diese Hustenanfälle sind so schlimm, dass mich Menschen auf der Straße ansprechen, ob ich einen Krankenwagen brauche.)

Vor allem aber, hätte ich gern mal keine Schmerzen in der Brust. Schön wäre auch, wenn der dauerhaft geschwollenen Lymphknoten sich wieder beruhigen würde.

Wieder vollkommenes Unverständnis seinerseits. Er schaute mich an, als sei ich nicht ganz dicht. Ich wurde immer kleiner in meinem Sitz. Da saß keine 52-jährige, erfahrene Frau, sondern ein kleines, verängstigtes Kind. Ich war den Tränen nah. Ich war unfähig ihm etwas entgegen zu setzen. Denn alles, was ich sagte, drehte er um. Wurde regelrecht vorwurfsvoll. Ich sei schließlich derart gesund, er hätte den ganzen Tag keinen so gesunden Patienten gesehen. Außerdem würde ich auch sehr gesund aussehen.

Ja, soll ich denn beim nächsten Besuch mit fettigen Haaren und ungeschminkt kommen? Am besten noch unausgeschlafen mit Ringen unter den Augen. Wobei, wenn ich mich nicht schminkte sollte das ausreichen, um Scheiße auszusehen.

Der Gipfel der Unverschämtheit war jedoch, dass er mich vollschwallerte, obwohl ich bereits versuchte das Ganze abzukürzen – frage mich ohnehin, warum ich unfähig war einfach zu gehen – um mir dann zu sagen, er hätte jetzt auch keine Zeit mehr, andere Patienten würden warten.

Was nicht stimmte. Das Wartezimmer war leer. Ich war an dem Nachmittag die einzige Patientin. Das war ebenfalls schon eine Frechheit, denn als ich 15 Minuten zu früh zum Termin kam, sagte mir die Sprechstundenhilfe, das es gut sei, die Patientin vor mir sei nicht gekommen und so gäbe es keine Lücke.
Das Wartezimmer war leer. Dennoch musste ich 20 Minuten über meinen eigentlichen Termin warten.

Ich hatte angenommen, dass die Gattung der Götter in Weiß bereits ausgestorben sei. Doch es gibt sie noch. Menschen, die glauben, aufgrund ihres weißen Kittels und ihrer Ausbildung etwas besseres zu sein als alle anderen.

Was mich nachhaltig berührt hat, war nicht nur sein unverschämtes Verhalten mir gegenüber. Es war die Ohnmacht, die mich quasi Bewegungsunfähig machte. Er schaffte es, seine geballte Macht auszuspielen und sich über mich zu stellen.

Das hat definitiv kein Mensch verdient und erst recht keiner, dem es schlecht geht.

Mein Mann erzählte meinen Frust einem befreundeten Arzt. Der nimmt sich nun meiner Problematik an. Er will nun herausfinden, was mit mir nicht stimmt und was die Ursache für meinen Husten und die Schmerzen sind.

Daher ist meine Laune wieder besser. Und, hey, die Sonne scheint. Es ist Freitag!

Euch allen ein super tolles Wochenende, auch wenn es wahrscheinlich wieder zum Verweilen auf dem Sofa einlädt.

Das kann nur mir passieren

Erst am Freitag habe ich durch eine glückliche Fügung von dem gestrigen Feiertag erfahren.

Ich hab mich ja ohnehin schon immer darüber geärgert, wie ungerecht die Verteilung der Feiertage zwischen Norden und Süden geregelt ist. Zumal sie uns, als es darum ging einen Feiertag zu kürzen, ausgerechnet den einzigen Protestantischen genommen haben.

Anstatt einen der vielen zusätzlichen Tage in denen der Norden brav arbeiten darf, während sich im Rest der Republik die Leute in die Hängematte legen können.

Umso mehr habe ich mich daher über gestern gefreut. Ein unerwarteter freier Tag.

Und was für ein Glück, dass ich es doch noch rechtzeitig mitbekommen habe und nicht erst auf dem Weg ins Büro ins Grübeln gekommen wäre, ob ich die Letzte meiner Art bin, weil auf den Straßen einfach gar nichts los gewesen wäre.

Lebenszeichen

Dieses Jahr ist wirkliche sehr gewöhnungsbedürftig. Aber nun ist es ja auch quasi fast schon vorbei. Es ist so derart schnell an mir vorbei gerast, dass ich nicht mal einen Schweif sehen konnte.

Und doch empfinde ich den vergangen Sommer als sehr schön. Ich weiß, damit stehe ich allein da. Alle meckern und nörgeln, dass wir ja dieses Jahr keinen Sommer hatten. Schweinerei!

Für mich ist es einfach müssig mich über das Wetter zu ärgern. Dafür fehlt mir, wie für das meisten anderen Dinge im Leben, gerade absolut die Kraft.

Für mich ist ja ohnehin immer alles schön. Erst recht, wenn ich gesund bin.

Gestern habe ich angefangen einen der Balkone für den nahenden Winter vorzubereiten. Hab die Winterdecken im Schlafzimmer aufgezogen. Bei allem mit dem Gedanken, dass ich doch eigentlich erst gestern die Balkone für den Sommer fit gemacht habe und die Winterdecken ebenso gerade eben erst eingemottet hatte.

Ich bin nun über acht Monate krank, oder eben nicht gesund.

Da sieht man mal wieder, wie relativ alles ist. Mein nicht vorhandener Gesundheitszustand kommt mir EWIG vor. Gefühlt schon mindestens ein Jahr. Weil das Jahr ja quasi vorbei ist und ich seit Anfang des Jahres krank bin.

Im Gegensatz dazu, war der Sommer mal wieder viel zu kurz. Doch ehrlicherweise „leben“ wir seit Mitte März auf dem Balkon. Erst seit Mitte Oktober mussten wir wieder in die Wohnung umziehen. Das ist doch ein ziemlich langer Zeitraum.

Ich rede mir ein, dass ich mich jetzt auf den Winter freue. Ich will ihn genießen, es mir gemütlich machen. Mich würde es nicht stören, sollte es Schnee geben. Ganz im Gegenteil würde ich das schön finden.

Mich hat nicht mal die Zeitumstellung gestört, dass es damit verbunden auf einmal so früh dunkel wird. Ist mir doch egal. Ich kann, nein ich darf nicht joggen.

All die Jahre habe ich mich über die Dunkelheit und das miese Wetter geärgert. Einzig weil es anstrengend ist in der Dunkelheit zu laufen. Wenn es glatt wird, macht es auch nur noch bedingt Spaß. Und erst recht, wenn die Temperaturen unter Null sinken.

Dieses Jahr ist alles anders.

Daher freue ich mich jetzt über das kuschelige Wetter. Mache es mir gemütlich. Freue mich auch darüber, dass ich mal wieder meine dicken Pullover anziehen kann. Sollen ja nicht nur die Motten was davon haben.

Aber ich merke auch, dass ich verdammt müde bin. Und das nicht nur, weil ich eben nicht gesund bin und immer noch viel Schlaf brauche. Ich bin müde auf die Frage nach meinem Befinden. Manche fragen mich erst gar nicht mehr, weil von mir die immer gleiche Antwort kommt.

Und ich bin es so leid die immer gleiche Antwort zu geben. Ich würde so gern sagen, dass es mir gut geht.

Ich bin müde über meinen Gesundheitszustand nachdenken zu müssen. Ich bin müde, dass es nur in Mini-Schritten besser wird. Ich bin müde, dass es an manchen Tagen wirklich gut läuft, um mir dann wieder gezeigt zu bekommen, dass ich eben NICHT gesund bin.

An manchen Tagen bin ich derart frustriert, dass ich den Eindruck habe überhaupt NIE mehr gesund zu werden. Ich sehe ja nich mal einen Funken Licht am Ende des Tunnels.

Laut Aussage meines Arztes hätte es mir bereits seit September besser gehen sollen.

Und da haben wir es wieder: alles ist relativ.

Gemessen an dem, wie es mir noch im Juli oder August ging, ist es tatsächlich ein bisschen besser geworden. Es gibt Tage, da huste ich gar nicht. Aber die Lunge tut immer weh. Jeden Tag. Immer.

Ich weiß, dieses Gejammer ist furchtbar. Noch etwas, was mich maßlos ärgert. Diese blöde Scheiß-Mist-Drecks-Krankheit bestimmt mein Leben.

Dennoch lasse ich mir meine Laune nicht verhageln. Ich arbeite intensiv an meiner guten Laune. Lachen soll schließlich gesund sein.

 

In der U-Bahn

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Abends um 20:30. Mitten in Hamburg.

Jetzt gibt es ja diese neuen Wagen, in denen man – wie bereits in Berlin – längs der Fahrtrichtung sitzt. Als ich gestern Abend nach Hause fuhr, war die U-Bahn angenehmer weise relativ leer. Daher hatte ich freien Blick auf die Sitze mir gegenüber.

Der Typ links hatte tatsächlich ein bedrucktes Papier gelesen. Der rechts – wie die meisten anderen Fahrgäste auch – spielte mit seinem Smartphone. Der rechts Sitzende war schon in die Jahre gekommen, trug aber noch immer die Klamotten seiner Jugend. Er war wohl mal sowas wie ein Punk.

„Fuck.“

Er bemühte sich leise zu sprechen, aber er war offensichtlich wütend.

„Fuck, fucking … (hier hörte ich ihn nur noch brummeln, aber dies eindeutig auf englisch) … fucking fuck …“

Das Telefon des links Sitzeden klingelte.

„Jo, Alder, was geht ab, Alder?“

„What the fuck is that fucking … fuck … shit in this fucking …“

„Jo, Alder, bin gleich zu Hause, Alder. Und sonst so, Alder? Jo, Digger, Alder.“

„That fucking shit … fuck.“

Jetzt hatte er wohl die Schnauze voll, steckte das Telefon weg, um sich Monster-Kopfhörer aus einem Rucksack zu holen und sie aufzusetzen.

Der andere fummelte mit seinem Smartphone.

„Was los Digger, Alder, warst auf einmal wech, Digger, Alder.“

Außer mir schien niemand dieser lustigen Unterhaltung zu folgen. Alle stierten gebannt auf das Display in ihren Händen. In dem Moment kam es mir vor, als wäre ich durch ein Zeitportal in der Zukunft gelandet. Aber nein, es war die Gegenwart.

Was für eine putzige Welt, in der wir leben.

Und sonst so?

  1. Erstaunlich, es ist schon wieder Freitag
  2.  Aber die Sonne scheint, was will man mehr und das hebt die Laune
  3. Was meine Laune erheblich senkt, ist der Umstand, dass ich mich erkältet habe. Nicht nur, dass ich mich ohnehin mies fühle, weil ich nicht gesund bin, kommen noch Halsschmerzen obendrauf.
  4. Aber: das Wochenende naht! Juhu!
  5. Trotz extrem viel Arbeit, habe ich es geschafft mich neulich wieder meinem neuen Roman zu widmen und ein weiteres Kapitel zu schreiben. Hat viel Spaß gemacht und ich merke, dass es mir, neben so vielen anderen Dingen, fehlt.
  6. Mir fehlt nicht nur der Sommer – wie konnte es passieren, dass der so schnell vorbei war? – mir fehlt auch meine Gesundheit
  7. Und manchmal habe ich sogar den Eindruck, mir würde auch der Verstand fehlen
  8. Was mir jedoch definitiv fehlt: ZEIT!
    Zeit, um mich mehr um die virtuelle Welt zu kümmern.
    Zeit zum schreiben.
    Zeit für meine Freunde, die realen als auch die virtuellen.
  9. Dafür verbringe ich, neben der Arbeit, die meiste Zeit damit mich auszuruhen und zu schlafen.
  10. Und zu guter Letzt wünsche ich euch allen ein schönes Wochenende. Genießt das angesagte herrliche Herbstwetter und die hoffentlich nicht letzten warmen Sonnen-Tage in diesem Jahr.

Abgetaucht

Zwischendurch aufgetaucht, um mal Luft zu holen, bin ich aber schon wieder dabei unterzugehen.

Eine Woche war ich auf Helgoland.
Seit über einer Woche bin ich nun schon wieder hier und versuche diesen Eintrag zu schreiben. Manchmal schlägt das reale Leben seine Krallen fest in meinen Alltag, sodass ich einfach zu nichts anderem komme.

Umso schöner war die Woche auf Helgoland. Eine Woche ohne Hektik. Eine Woche ohne Lärm. Eine Woche Langeweile. Eine Woche nichts weiter sehen als Meer und Himmel.

Die Seeluft tat mir gut. Die Tage auf Helgoland waren derart erholsam, dass ich vergaß, dass ich eine Lunge habe. Ich habe jeden Tag alles eingeatmet, was ich kriegen konnte. Ich konnte tief Luft holen. Nur selten musste ich husten. Und wenn, dann war das schnell vorbei.

Zurück in Hamburg ist es aber leider beinah schon wieder so, als wäre ich nie weg gewesen. Ehrlicherweise muss ich sagen, dass es mir doch insgesamt besser geht. Aber leider noch immer nicht gut.

Ich merke, wie ungeduldig ich bin. Ich bin geradezu dünnheutig geworden. Dabei versuche ich die Zeit zu genießen. Mich jetzt auf den Herbst zu freuen.

Es ist aber leider noch immer so, dass ich mich viel ausruhen muss. Abends gehe ich früh ins Bett. Ein Gefühl, als hätte ich in diesem Jahr in meiner Freizeit nichts anderes getan, als im Bett zu liegen. Dabei liege ich gern im Bett. Früher eine meiner Lieblingsbeschäftigungen. Aber wenn ich noch mal jemanden sagen höre, dass es doch total schön ist, wenn sich das Leben entschleunigt und ich es genießen soll, dass ich viel schlafe, den haue ich.

Ich habe einfach Angst, dass es jetzt für den Rest meines Lebens so bleibt. Noch nie war ich so lange, so krank. Sobald ich versuche meinen Körper auszutricksen, und einfach mache, was mir in den Sinn kommt (beispielsweise meine Einkäufe selbst zu tragen), zeigt dieser mir unmissverständlich, wer das Sagen hat.

Für dieses Jahr kann ich schon jetzt einen Jahresrückblick liefern und sagen: 2017 ist und war ein echtes SCHEISS-Jahr.

Aber gut, ich mache aus allem das Beste. Ich bin ein positiver Mensch. Und so freue ich mich, dass wir auf Helgoland waren. Das war eine wundervolle Woche. Und wenn ich mal wieder so richtig genervt bin, dann schaue ich mir einfach die Bilder an. Sofort bin ich zurück auf diesem Felsen mitten in der Nordsee.

Das ist eine Form der Entschleunigung, die ich mir gefallen lasse.

 

Einkaufen

Ich stelle immer wieder fest, dass Einkaufen eine offensichtlich äußerst knifflige Herausforderung ist. Die jeder irgendwann mal annehmen muss. Doch leider stelle ich immer wieder fest, dass viele kläglich daran scheitern.

Das fängt beim Anstellen an.

Üblicherweise stellt man sich in Deutschland von rechts an. Zumindest dann, wenn man in einem Laden mit Tresen geht. Wie beispielsweise einer Bäckerei.

Ich sehe immer wieder Menschen, die sich dieser einzigartigen Herausforderung nicht gewachsen sehen. Es scheint sie vollkommen zu überfordern. Hinzu kommt die Angst vor Menschen an sich. Daher bleibt grundsätzlich ein Sicherheitsabstand von mindestens zwei Metern zum Vordermann.

Ganz anders im Supermarkt.

Da wird gedrängelt, was der Einkaufswagen hergibt. In der Hoffnung, dass es schneller geht, sollte man nur oft genug den Wagen in die Hacken des Kunden vor einem schieben. Manchmal glauben sie auch, dass ein gezielter Body-Check das Warten an der Kasse beschleunigt.

Aber das allernervigste ist das kriechen in die Tasche des Kunden, der gerade bezahlen möchte.

Manches Mal habe ich den Kunden hinter mir gefragt, ob er meine Rechnung begleichen möchte? Schließlich würde er jetzt direkt vor dem Karten-Lese-Gerät stehen.

Haben solche Menschen keinen Anstand?

Wissen sie nicht, dass man gerade beim Bezahlen einen gewissen Raum lassen sollte?

Ich spüre jedes Mal die Unruhe hinter mir, wenn ich die nächste an der Kasse wäre und meinem Vorgänger den benötigten Raum gebe, um ihn nicht zu bedrängen. Dann wird wieder geschubst und gedrängelt. Und selbstverständlich wird dann bei mir erst recht bis auf Körperkontakt aufgerückt, bis ich den Atem im Nacken spüre. Man könnte meinen, die wollen kuscheln.

Es nützt auch leider überhaupt nicht, wenn ich vehement sage, dass es absolut NICHT schneller geht, wenn mir die Leute so auf die Pelle rücken. Eher das Gegenteil ist der Fall und mir schläft alles ein.

Was wiederum auch nervig für den Kassierer ist, der schnell voran kommen will.

So oder so, wird in solchen Momenten das Einkaufen auch für mich eine echte Herausforderung.