Öko-Braut

Hatte ich schon mal erwähnt, dass ich in den tiefen meines Herzens eine Öko-Tussi bin?

Das fing im zarten Alter von 16 Jahren an. Damals habe ich damit meine Familie in den Wahnsinn getrieben. Meine Mutter fand’s gut und hat brav mitgemacht, während mein Vater meinte, das sei ihm alles mehr oder weniger egal, schließlich würde er bezahlen und es würde ihm nicht einfallen weder Wasser noch Strom zu sparen. Auf sein Auto wollte er schon gar nicht verzichten und fuhr weiterhin selbst die kürzesten Strecken. (Das ist heute allerdings anders und seine Einstellung hat sich zum Glück verändert.)

Ich habe aber nicht nur andere genervt, sondern hab das selbst durchgezogen. Was zugegebener Maßen früher einfacher war als heute. Es gab noch kein Internet. Folglich hatte man auch kein Smartphone, konnte nicht streamen und andere tolle Dinge damit machen.

Wir trafen uns in der realen Welt und sprachen direkt miteinander.

Eine Freundin wanderte damals nach Australien aus. Die Kommunikation war langwierig. Wir schickten uns gegenseitig aufgenommene Kassetten mit Sprachnachrichten und der aktuellen Musik, die man hörte. So eine Nachricht war dann gute sechs Wochen unterwegs. Nach weiteren sechs Wochen und ein paar Tagen – schließlich musste die Nachricht ja auch erst aufgenommen werden – erhielt man dann Antwort.

Waren echt andere Zeiten damals und das Leben verlief sehr langsam.

Dennoch: ich versuchte mein Bestes, um die Umwelt nicht über die Maßen zu belasten.

Dazu gehörte selbstverständlich mit dem Fahrrad zu fahren. Das tat ich im Grunde eigentlich immer. Selbst als ich dann mit Ende 20 mein erstes Auto hatte, – meine Eltern schenkten mir den alten Wagen meiner Mutter – ließ ich es meist stehen und fuhr weiter mit dem Rad.

Eine Zeitlang kaufte ich viel im Reformhaus, ernährte mich meist vegetarisch. (Das mache ich heute eigentlich auch noch, aber ich denke darüber nicht mehr so viel nach wie früher. Ich mache es einfach. Kein Grund darüber zu sprechen.)

Bis heute vermeide ich Müll. Ich bin immer überrascht, wie wenig wir produzieren. Das fällt mir gerade jetzt auf, wo wir oft im Haus sind und jeder seine eigene Tonne hat. Unsere wird selten voll, außer mit Gartenabfall. Bei den Nachbarn beobachte ich, dass oft der Deckel nicht mehr ganz schließt.

Der Wertstoffsack wird alle 14 Tage abgeholt und ist meist nur bis zur Hälfte gefüllt.

Aber der Konsum an Wertstoffen hat mich doch arg gestört. Mit fiel aber nicht wirklich eine Lösung ein. Außer dem, was man eben machen kann.

Aber wie ist es beispielsweise mit Shampoo, Cremes und Zahnpasta?

Auf Plastik zu verzichten ist echt schwer und mir scheint das kaum umzusetzen. Vor allem, weil ich dann doch keine Lust habe mein Leben damit auszufüllen, mir Gedanken zu machen, wie ich das bewerkstelligen soll.

Frühe machte ich deshalb meinen Joghurt selbst. Der schmeckte 1. besser und 2. verursachte das keinen Müll.
Ich hatte sogar eine Phase, in der ich meine Kosmetik selbst machte. Früher gab’s so tolle „Spinnrad“-Läden, da bekam man einfach alles. Heute müsste ich das wohl im Internet bestellen. Das mache ich nur im äußersten Notfall, wenn es gar nicht anders geht.

Zum Glück haben sich die Zeiten geändert und man bekommt wirklich viel in ganz normalen Drogerie-Fachgeschäften. Und die Unverpackt-Läden gibt’s ja auch, und da bekommt man schon recht viel.

Jetzt habe ich es mit festen Shampoo versucht. War sehr gespannt, wie meine Locken das vertragen.

Was soll ich sagen: sie finden es SUPER!

Als nächsten ist mal Zahnpasta in Tablettenform dran.

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9 Kommentare zu “Öko-Braut

  1. Ich habe auch das feste Shampoo von DM. Für meine struppigen, drögen Locken habe ich das beste feste Shampoo aber mal in einem Laden gekauft, den ich nie wieder finden würde, leider. 😅
    Über Tipps würde ich mich also freuen.

    Die Zahnpasta in Tablettenform habe ich auch gesehen, mich aber noch nicht so recht dran getraut. Hat das schon mal irgendwer ausprobiert ?

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