Wasserstandsmeldung

Ich war ja lange nicht mehr aktiv. Das sogar in mehreren Disziplinen.

Wo fange ich an?

Das ist der Nachteil, wenn man sich nicht mehr blicken lässt und abtaucht.
Dabei war ich zwischenzeitlich durchaus auch mal hier, aber ich habe lediglich gelesen, anstatt von mir zu berichten. Es ermüdet mich, wenn ich nichts Positives zu berichten habe. Ich will euch auch nicht mit meinen immer wiederkehrenden Problemen langweilen.

Ich hätte NIEmals gedacht, wie sich mein Leben verändern würde.
Inzwsichen habe ich ja das Dreifach-Paket erwischt.

  1. Gesundheit
    Mir geht es noch immer nicht besser. Den Ärzte-Marathon habe ich auch noch nicht abgeschlossen. Habe bereits den Kardiologen, Neurologen, Lungenarzt und Internisten durch.
    Alle mit dem gleichen Ergebnis: Ich bin Gesund!
    Jetzt folgt noch der Endokrinologe.
    Immerhin gibt es einen Hoffnungschimmer hinsichtlich einer Diagnose. Ich habe offensichtlich zu wenig Stress-Hormone. Das würde die Erschöpfung erklären. Mal sehen, wie das Ergebnis aussieht. Ich bin jetzt einfach nur froh, dass überhaupt endlich mal was gefunden wurde.
  2. Pflege und Betreuung der Schwiegermutter und ihres Lebensgefährten
    Hier hat sich nicht viel verändert. Die Arbeit eines Betreuers ist nicht leicht, vor allem mit viel Zeitaufwand verbunden. Aber man gewöhnt sich irgendwann an alles.
    Vor drei Jahren dachte ich, dass ich das unmöglich schaffen werde und ich durchdrehe, wenn das länger als ein Jahr andauert. Offensichtlich wächst man mit seinen Aufgaben. Man härtet ab und wird zwangsläufig gelassener.
    Was soll man auch machen, wenn man die Situaiton nicht ändern kann?
  3. Meine Eltern
    Für meine Mutter musste ich eine weitere Pflegestufe beantragen. Ihre Demenz verstärkt sich. Es gibt Tage, da freut sie sich mich zu sehen, aber ich bin mir nicht sicher, ob sie wirklich weiß, wer ich bin. Sie geht aber recht gelassen mit ihrer Vergesslichkeit um. Sie sagt einfach, dass sie etwas vergessen hat und möchte es nochmals wissen. Das geht ja auch noch. Aber wenn sie in einer Endlosschleife ihre Gedanken wiederholt, wird das schon recht anstrengend.
    Mein Vater ist zwar noch recht fit, fängt aber auch an vergesslich zu werden. Was in seinem Alter ja auch eher normal ist. Blöd dabei ist nur, dass er der Auffassung ist, noch jung zu sein und absolut KEINE Hilfe braucht. Es sei denn, es handelt sich um Angelegenheiten, auf die er keine Lust hat. Dann bin ich dafür gut und er ruft mich wegen jedem Schei* an. Der Grad wird immer schmaler und es ist nur eine Frage der Zeit, wann auch mein Vater nicht mehr allein leben und schon gar nicht meine Mutter pflegen kann. Da er aber so verbohrt ist, würde er NIEMALS in ein Pflegeheim gehen. Klar, das will am Ende niemand, aber für meinen Vater wäre es wirklcih das Schlimmste und er würde sich eher umbringen, als in ein „Altersheim“ – wie er es immer sehr abfällig bezeichnet – zu gehen. Das macht es nicht gerade leichter für mich und die Sorgen wachsen stetig.

Aber es gibt trotzdem etwas Positives zu berichten:

Ich habe wieder zu schreiben begonnen.

Zwar nichts Neues, oder gar das angefangene Projekt, sondern mein Erstlingswerk. Das ja zugegebner Maßen wirklich richtig schlecht geschrieben war. Von Dramaturgie keine Spur. Im Prinzip war es unlesbar und ich entschuldige mich gern zum wiederhoten Male für den schlechten Schreibstil.

Dennoch, der Plot hat mir immer gut gefallen. Bei der Überarbeitung habe ich aber doch einiges Verändert. Manche Charaktere sind anders angelegt. Was der Dramaturgie geschuldet ist.

Ich schaffe leider nicht mehr so viel wie früher. Nach ein paar Stunden bin ich total geschafft und muss mich erst mal weider hinlegen. Aber es macht Spaß und ich bin vor allem froh, dass ich es noch kann.

Nach so langer Zeit kamen doch Zweifel auf, ob ich überhaupt noch schreiben kann und mir die Worte einfallen.

Aber in dem Moment, wo ich in die Geschichte einsteige, werde ich eins mit ihr und die Worte sprudeln nur so aus mir heraus.

Wieder geht nun ein Jahr vorbei. Ich versuche die Vorweihnachtszeit zu genießen und blicke mit Zuversicht auf das Jahr 2022. Es wird sicher nicht viel besser werden, aber dennoch vielleicht etwas erträglicher.

Ich wünsche euch eine zauberhafte Zeit. Macht was draus und genießt jeden Moment.

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2 Kommentare zu “Wasserstandsmeldung

  1. Ich finde ja, wer sich von der wiederholten Schilderung von vorherrschenden Problemen nerven lässt, hat selbst eines. 🙂

    Ich wünsche dir – in erster Linie erst mal gesundheitlich – alles Gute und hoffe, dass sich bald aufklärt, was so dahintersteckt. Nur dann kann man schließlich aktiv dagegenarbeiten.

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